Liebe Schulgemeinde, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein neues Schuljahr liegt vor uns – der Beginn glänzender Schulkarrieren für unsere Erstklässler und ein Neustart für die gesamte Schule in das Schuljahr 2026/27. Dass ich als neuer Schulleiter der Deutschen Schule Kyjiw dieses Jahr mit Ihnen und Euch eröffnen darf, ist mir eine große Ehre und Freude.
Viele von Euch, besonders die neuen Erstklässler, stehen in diesen Tagen voller Aufregung vor großen Veränderungen. Für Eure Zukunft an unserer Schule sind dabei zwei Dinge besonders wichtig: Euer Hirn und Euer Herz. Ihr werdet viel Neues lernen, entdecken und kognitiv wachsen. Gleichzeitig gewinnt Ihr neue Freundinnen und Freunde und findet Euren Platz in der Gemeinschaft. Nur wenn wir aufeinander aufpassen, wird es für alle schön.
Dieses Zusammenspiel von Herz und Hirn – von fachlichem und sozialem Lernen – zeichnet die Deutsche Schule Kyjiw aus. Was international als „Well-Being“ im Mittelpunkt steht, leben wir hier: Nur an einer Schule, an der man sich wohlfühlt, kann man auch gut lernen.
Als neuer Schulleiter bin auch ich ein Lernender. Ich bringe meine Erfahrung als Geschichts- und Englischlehrer sowie als langjähriger Schulleiter mit, doch als Neuling an der DSK darf und muss ich noch eine Unmenge lernen. Es schmerzt mich sehr, dass ich aktuell nur aus der Ferne digital bei Ihnen und Euch sein kann und auch im kommenden Schuljahr ein Teil des Unterrichts der deutschen Lehrkräfte vorerst online stattfinden muss. Dennoch bin ich unglaublich dankbar für das Privileg, diese Schule leiten zu dürfen.
Unsere Schule ist als deutsch-ukrainische kulturelle Einrichtung eine wichtige Schnittstelle zwischen der deutschen und ukrainischen Gesellschaft. Der ukrainische Schriftsteller Wolodymyr Jermolenko schreibt in seinem wegweisenden Buch „Eine Kultur des Trotzdem“: „Kultur ist kein Überbau, sondern das Bauwerk selbst. […] Sie hilft uns, die grundlegenden menschlichen Werte hochzuhalten.“
Kultur bedarf der Vermittlung, zum Beispiel durch Bildung. In diesem Sinne unterstützen sich Deutschland und die Ukraine in Gestalt unserer Schule gegenseitig: Wir vermitteln deutsche Bildungsstandards, während wir aus der Ukraine die „Kultur des Trotzdem“ – das Festhalten an Werten trotz aller Schwierigkeiten – mitnehmen. Jermolenko benennt diese Gegenseitigkeit treffend: Europa hilft der Ukraine, aber genauso hilft die Ukraine Europa, seinen Sinn wiederzufinden.
Ich freue mich sehr auf das gemeinsame deutsch-ukrainische Lernen in diesem Schuljahr. Lassen Sie uns die kommenden Herausforderungen mit Herz und Hirn meistern.
Ihr
Bruno Zerweck
Schulleiter